Mainz-Geschichte zu Fuß

Mainzer Allgemeine Zeitung vom 5. Oktober 2011

MAINZ (mij). Die reiche Vergangenheit der Gutenbergstadt begegnet dem interessierten Flaneur auf Schritt und Tritt. Literarisch lenken kann er sich nun von einem besonderen Spuren-Leser: „Mainz zu Fuß“ heißt ein fußgängiger Stadtführer, in dem die Autorin Stefanie Jung zehn unterschiedliche Touren zusammengestellt hat, in deren Rahmen die Geschichte der Stadt im sprichwörtlichen Sinne erfahren werden kann.

Ob das römische Mainz mit seinem antiken Theatrum Mogontiacum, die berühmten Chagall-Fenster in der St. Stephans-Kirche oder die romantische Altstadt - mit dem Band in der Hand lassen sich die vielen Gesichter der Stadt ganz einfach per pedes entdecken.

Unverzichtbar dabei ist etwa ein Spaziergang auf den Spuren des legendären Stadtbaumeisters Eduard Kreyßig. Der vier Kilometer lange Rundgang durch die Mainzer Alt- und Neustadt führt den Leser von der Christuskirche über das Kurfürstliche Schloss und das Landesmuseum bis hin zum Rathaus am Jockel-Fuchs-Platz. Das geschichtsträchtige Mainz offenbart sich so mit dieser und jeder anderen Route besonders anschaulich.

„Mainz zu Fuß“, erschienen im Frankfurter Societäts-Verlag, kostet 12,80 im Buchhandel. Das Buch erschien erstmals 2008 und präsentiert sich nun in einer neu gestalteten, aktualisierten Ausgabe.

Was macht gerade Rheinhessen so attraktiv, wenn es darum geht, unsere rheinland-pfälzischen Regionen zu entdecken?

Rheinhessen ist umgeben von Nahr und Rhein, es herrscht das ideale Klima des Mainzer Beckens und all das ist mit verantwortlich für das ausgesprochen milde Wetter, das einerseits natürlich der Natur und der Landwirtschaft aber insbesondere auch den aktiven Menschen zu Gute kommt, die Rheinhessen tatsächlich entdecken wollen. Rheinhessen wird aufgrund seiner abwechslungsreichen Hügellandschaft ja nicht umsonst das Land der 1000 Hügel bezeichnet und es ist das größte Weinanbaugebiet Deutschlands, der Wein spielt hier auch sicher eine ganz besondere Rolle, aber ist natürlich beileibe nicht das Einzige, was die Weinkulturlandschaft mit ihrer über eintausend jährigen Geschichte zu bieten hat.

Wie bewegt man sich denn am Sinnvollsten fort?

Radfahren oder wandern, spazieren gehen, den Wein erleben - all das ist hier quasi jederzeit und immer gut möglich, denn Rheinhessen schließt sich einmal geographisch nahezu unmittelbar an das Rhein-Main Gebiet an und ist damit mit allen Verkehrsmitteln hervorragend zu erreichen.

Frau Jung, wollen sie uns Ihr perfektes Freizeitwochenende in Rheinhessen vorstellen - wo geht es am Samstag bei Ihnen los?

Am Samstag Vormittag ist zu dieser Jahreszeit der Mainzer Wochenmarkt ein ganz besonders schönes Erlebnis für alle Sinne, die Atmosph?re, die Marktleute und geschäftig einkaufenden Mainzer, das alles ist an einem Samstag Morgen Balsam für die Seele und eigentlich ein toller Auftakt für den Tag. Denn wer jetzt das Rad dabei hat, deckt sich hier vielleicht noch mit einem kleinen netten Picknick ein und rollt gemütlich ans Rheinufer. Und unter der Rubrik "Radeln in Rheinhessen" ist die Radtour auf dem ehemaligen Treidelpfad von Mainz nach Nackenheim beschrieben, die sich von hier aus wirklich wunderbar anbietet und nahezu immer am großen Fluss entlang in Richtung Nackenheim fährt. Auf dem Weg dorthin bietet sich ein Abstecher zu der auch im Buch angegebenen Straußwirtschaft "Nikolaus Mai" in Bodenheim an, und es ist auch möglich, einen wundersch?nen Garten im englischen Stil zu besuchen, nämlich im Selzener Weingut "Kapellenhof".

Am Sonntag sind Sie am liebsten zu Fuß unterwegs, wo zum Beispiel?

Ja! Da ist es vielleicht entspannender zu Fuß unterwegs zu sein und die Beine ein bisschen "auszuschlenkern". Wie wäre es mit einer Tour in Rheinhessen am Wasser? Man soll es gar nicht glauben in unserem trockenen und doch regenarmen Gebiet, das wir ganz viele Möglichkeiten haben uns am Wasser zu bewegen. Wie wäre es denn zum Beispiel mit einem Ausflug nach Bingen zum Gelände der ehemaligen Landesgartenschau. Spazieren gehen, sich in einen der bereit stehenden Liegestühle zu legen und vielleicht noch eine Schiffstour im Mittelrheintal zu unternehmen, all das ist hier möglich. Und wofür ich die ganze Familie heute immer noch dazu gewinnen kann, ist zum Beispiel sich ab Guntersblum mit dem Schiff zu dem Kühkopf auf die hessische Seite zu bewegen. Sich mit einem Picknick und einem Handtuch auf die Wiese zu legen und die Atmosphäre genießen, das Fernglas vielleicht dabei zu haben und einfach noch seltene Vögel zu beobachten. Das ist ein ganz entspannter, wunderschöner Tag, von dem wirklich alle etwas haben.

Buch
Titel der Reihe: Rheinhessen für Entdecker
Autor: Stefanie Jung
Verlag: Leinpfad Verlag
Genre: Sachbuch
Länge: 200 Seiten
Preis: 14,90 €
Bestellnummer: 978-3-937782-99-7

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(externer Link zum Original-Bericht auf der SWR-Seite)