Mainzerin zeigt 111 Orte ihrer eigenen Stadt

Mainz - "Was machen wir heute?" Diese Frage stellen sich am Wochenende viele Familien. Stefanie Jung, die Autorin von "111 Orte in Mainz, die man gesehen haben muss", kennt eine mögliche Antwort: Mainz einmal anders zu entdecken und zu erleben.

Das gerade erschienene Buch zeigt die Stadt und deren Umgebung in Facetten, die auf den ersten Blick vielleicht nicht auffallen. Das ist eine Mischung zwischen Geschichte, Kultur, skurrilen Orten und unscheinbaren Ecken von Mainz, die so in keinem Reiseführer vorkommen. "In der Stadt bin ich zu Hause und manche Orte kenne ich aus meiner Kindheit, doch deren Geschichte zu erkunden war eine Herausforderung", erklärt Jung.

Ein halbes Jahr lang recherchierte die freie Journalistin und Autorin im Stadtarchiv. Gerne nahm sie auch Anregungen von anderen Mainzer auf. Die Fotos hat Stefanie Jung selbst gemacht. Sie zeigen nur Ausschnitte, die zur Entdeckungstour anregen und neugierig machen sollen.

Alle Orte präsentiert sie mit einer Geschichte. Einige Ortsperlen in ihrem Buch hat die gebürtige Mainzerin zufällig entdeckt. In der Goldenbrunnengasse 10 hat sie hinter einer schlichten Tür einen Hinterhof mit altrömischem Ambiente entdeckt. Hier befand sich das zwischen 1896 und 1906 errichtete Atelier des Mainzer Künstlers Valentin Barth. Dessen Geschichte und die Geschichte des Hauses, das in de 70er-Jahren im Zuge der Altstadtsanierung beinahe abgerissen worden wäre, erzählt die Autorin

Woher stammen die Kanonenkugeln in der Hauswand am Markt und was bedeuten sie? Wo findet man die Liebesschlösser?

Diese und andere Fragen beantwortet die Autorin in "111 Orten in Mainz, die man gesehen haben muss". So erinnern die muslimischen Gräber am Hauptfriedhof an die Kolonialsoldaten aus Westafrika, die als "Utschebebbes" bezeichnet wurden.

Der Besuch des Wochenmarkts bietet den Mainzern nicht nur frische Ware, sondern auch die beste Gelegenheit zum Marktfrühstück auf dem Liebfrauenplatz.

Im "Garten der Zeit" vor dem Naturhistorischen Museum befindet sich die eine große Sanduhr, die sogar einen Eintrag ins Guinness-Buch der Rekorde gefunden hat.

Das Buch zeigt auch skurrile Seite, nicht nur die bekannte Sehenswürdigkeiten. Die Bar jeder Sicht in der Hinteren Bleiche 29 dürfte so in keinem anderen Reiseführer zu finden sein. Auch die schrägen Fotoaufnahmen, die man von sich am Automaten in der Mittlere Bleiche 40 machen kann, gehören zu den originellen Orten.

Dominika Bassek

Info: Der Reiseführer "111 Orte in Mainz, die man gesehen haben muss" ist ein Band der Themenreihe "111 Orte" des Emons Verlages nach der Inspiration von "1000 places to see before you die".

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Neue Touren für Entdecker

FÜHRER Hauptzielgruppe sind Familien

Mainzer Allgemeine Zeitung vom 1. April 2010

Von Julian Peters

RHEINHESSEN. Nicht nur für Touristen, sondern auch für neugierige "Einheimische" eignet sich ein neuer Wander- und Ausflugsführer, der am Mittwoch in Mainz offiziell vorgestellt wurde. Zwischen Furten, Kellerlabyrinthen und Mausefallensammlungen lädt ,,Rheinhessen für Entdecker" ein, die Region zwischen Bingen, Worms und Alzey aus einem neuen Blickwinkel zu erkunden.

"55 Ausflüge umfasst der Führer, 45 davon sind besonders kinderfreundlich und 15 barrierefrei", liefert Angelika Schulz-Parthu vom Leinpfad-Verlag Fakten rund um das 200 Seiten umfassende Buch. Ergänzt wird das Angebot durch Museums- und Einkehrtipps, zudem finden ausflugsfreudige Menschen dort eine Auflistung von 27 besonders schönen Gärten aus der Region. "Alles in allem weist unser Führer eine Fülle und Vielfalt auf, wie sie kein anderer hat", bringt Schulz-Parthu den Neuling bereits als neues Standardwerk ins Gespräch.

Insgesamt ein Jahr lang, von Januar bis Dezember, hat Autorin Stefanie Jung an ihrem Werk gearbeitet: "Zum einen habe ich neue Touren entdeckt, zum anderen aber auch alte Ausflüge neu recherchiert", erzählt sie und fügt hinzu, dass sich Rheinhessen gegenwärtig im Wandel befinde, die Zahl und Qualität der Wanderwege nehme stetig zu. "Rheinhessen will sich nicht mehr bloß mit dem Image des größten deutschen Weinanbaugebiets begnügen, sondern stärker auch seine schönen Seiten in Bezug auf Kultur und Natur in den Vordergrund stellen", hat Jung beobachtet. Die gebürtige Mainzerin ist gerne in Rheinhessen unterwegs: "Ich mag keine langen Autofahrten, warum also nicht die heimische Umgebung entdecken?", fragt sie, und man nimmt ihr diese Haltung ab, wenn sie anschließend von den Besonderheiten ihrer Heimat schwärmt, von den "Trulli", typischen weißen, kegelförmigen Weinbergshäuschen, oder auch den Kuhkapellen - Dingen, die es eben nur hier gibt.

Mit "Rheinhessen für Entdecker" legt die Autorin und freie Journalistin, die unter anderem für diese Zeitung tätig ist, bereits ihr viertes Buch vor, das seinen Lesern die Schönheit Rheinhessens näher bringen soll, nachdem alles mit einem Kinder-Ausflugsführer angefangen hat. Auch bei diesem Werk stehen junge Menschen im Fokus: "Als Hauptzielgruppe wenden wir uns an Kinder, Jugendliche und junge Familien", berichtet die dreifache Mutter. Für den Tourismus in ihrer Heimat sieht Jung ein wachsendes Potential: "Es gibt immer mehr Übernachtungsmöglichkeiten in Rheinhessen - und Neubaugebiete."

Ihre persönlichen Highlights hat die Autorin in einer Top-10-Liste verewigt. Daraus ein eigenes Lieblings-Programm zu basteln, fällt ihr schwer, aber am Ende gelingt es doch: "Morgens auf dem Mainzer Wochenmarkt einkaufen, anschließend auf der Bänkelchesroute in Siefersheim wandern und zum Schluss ein Konzert in der Oppenheimer Katharinenkirche - das wäre für mich ein idealer Tag", meint Jung.

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Das Buch
Stefanie Jung: Rheinhessen für Entdecker. 55 Touren zum Wandern und Radeln; Erleben, Genießen und Erforschen

Der Ausflugsführer erhält auf 200 Seiten insgesamt 55 Ausflüge, 45 davon sind besonders kinderfreundlich und 15 barrierefrei. Ergänzt wird das Angebot durch Museums- und Einkehr-Tipps sowie besonders schöne Gärten aus der Region.

Erschienen im Leinpfad-Verlag. 200 Seiten 14,90 Euro
Erhältlich ab sofort im Buchhandel sowie in den AZ-Kundencentern.