Schoppen, Spundekäs' und Sehenswertes

Frankfurter Allgemeine Zeitung vom 08.10.2005, S. 71

Rheinhessen ist nicht nur ein altes, sondern auch Deutschlands größtes Weinanbaugebiet - dementsprechend hoch ist die Straußwirtschaftsdichte zwischen Mainz, Worms, Bingen und Alzey. Um bei Ausflügen im "Land der 1000 Hügel" nicht den Überblick zu verlieren, empfiehlt es sich, jemanden zu fragen, der sich auskennt.

Stefanie Jung etwa, die mit Familie in Nieder-Olm bei Mainz lebt und sich schon als Kind mit ihren Eltern immer wieder zum Wandern und Einkehren auf den Weg durch Rheinhessen gemacht hat. Mit ihrem im Leinpfad Verlag erschienenen Ratgeber "Straußwirtschaften in Rheinhessen" hat die Journalistin ein Grundlagenwerk für alle unternehmungslustigen "Schoppestecher" geschaffen: In dem reichbebilderten Führer werden 40 ausgewählte Betriebe vorgestellt und mit Hilfe von jeweils ein bis drei zu vergebenden Träubchen bewertet: hinsichtlich der Qualität der Speisen und Getränke, aber auch mit Blick auf Ambiente und Familienfreundlichkeit.

Weil alle Straußwirtschaften beim Service die volle Träubchenzahl erreichten, wurde diese Kategorie kurzerhand aus der Bewertung herausgenommen. Dabei hat die Autorin nicht nur die Schoppen und den Spundekäs' unter die Lupe genommen. Wo immer es sich anbietet, wird auf Sehenswürdigkeiten in der Umgebung verwiesen: von der Bechtheimer Basilika über das römische Bad in Nierstein bis zu den Mainzer Chagallfenstern.

MARKUS SCHUG

Stefanie Jung: Straußwirtschaften in Rheinhessen. Leinpfad Verlag, Ingelheim 2005. 136 Seiten, Broschur mit farbigen Abbildungen, 12,90 Euro. ISBN 3-937782-32-X.

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